Markersignale - ein Hilfsmittel aus der Werkzeugkiste der positiven Verstärkung

Die Bezeichnung Markersignal wird der ein oder andere eventuell schon mal gehört haben und anderen wiederum ist dieser Begriff völlig fremd. Das bekannteste Markersignal – was fast jedem ein Begriff ist – ist der Clicker. Nun mögen einige vielleicht denken "oh noch so ne Clickertante". Die Arbeit über Markersignale ist aber weitaus mehr als nur ein kleiner Knackfrosch in der Hand.

 

Ich möchte euch hier das Markersignal etwas näher bringen, da es ein starkes Werkzeug im Training ist.

 

Das Markersignal kann ein kurzes, prägnantes Wort sein, wie z.B. click, top, tak, jup oder man nutzt den Clicker. Das gewählte Wort, welches in Zukunft als Markersignal dienen soll, sollte sich klar vom Wortgebrauch im Alltag abgrenzen. Dies ist wichtig, damit es nicht durch einen ständigen zusammenhanglosen Gebrauch für den Hund bedeutungslos wird. Hier hat der Clicker den Vorteil, dass er immer gleich klingt und im Alltag eigentlich nicht vorkommt.

 

Die Arbeit mit Markersignalen im Hundetraining bringt viele Vorteile mit sich. Zum einen schafft das Markersignal eine positive Grundstimmung (positive Emotionen) und somit kann sich auch die Kooperationsbereitschaft des Hundes verbessern.

 

Zum anderen stellt es für Hund und Halter eine gemeinsame Sprache dar. Es ist eine eindeutige Kommunikation für beide Seiten, denn:

  1. der Halter kann punktgenau ein erwünschtes Verhalten des Hundes markieren. Dies kann man sich wie mit einem Textmarker vorstellen, der durch das Markieren im Text wichtige Stellen hervorhebt.

  2. der Hund bekommt durch das Markieren von Verhalten eine wichtige Information vermittelt. Das Markersignal sagt ihm ganz genau "dieses Verhalten lohnt sich, dafür bekommst du eine Belohnung."

Desweiteren hilft das Markersignal enorm bei Timing-Problemen.

Dies erkläre ich euch kurz an einem kleinen Beispiel, dem Signal "Sitz".

Wenn ich meinem Hund das Signal Sitz gebe und dann erst noch einer einer Belohnung krame, kann es passieren, dass der Hund kurz bevor ich ihm die Belohnung gebe bereits wieder aufsteht. Somit hätte ich dann nicht das Sitzen sondern das Aufstehen belohnt. Dadurch, dass das Aufstehen nun verstärkt wurde, wird der Hund in Zukunft das Signal Sitz schneller von sich aus auflösen, um eine Belohnung fürs Aufstehen zu erhalten.

 

Nutzen wir nun ein Markersignal im Training, können wir mit dessen Hilfe genau den Moment markieren wo der Hund stitzt. Das heißt konkret in dem Moment, wo das Hinterteil des Hundes den Boden berührt, ertönt unser Markersignal. Somit wurde genau das gewünschte Verhalten bestätig und der Hund erhält darauf sofort seine Belohnung. Wenn man etwas länger braucht, um die Belohnung hervor zu holen ist dies nicht ganz so tragisch. Das Markersignal stellt nämlich auch ein Brückensignal dar. Es überbrückt die Zeit zwischen Verhalten und Belohnung. Die Belohnung sollte natürlich trotzdem zeitnah gegeben werden (vor allem beim Aufbau von Übungen), damit eine gute Verknüpfung zustande kommt.

 

Um ein Markersignal nutzten zu können, müssen wir es in einer kleinen Übung aufbauen. Denn es handelt sich bei dem Markersignal um einen sog. sekundären Verstärker. Damit bezeichnet man Dinge, die dem Hund von Natur aus erstmal nichts bedeuten und durch eine Verknüpfung mit angenehmen Dingen eine Bedeutung bekommen. In unserem Fall ist die Verknüpfung die, das ein Markersignal immer eine Belohnung ankündigt. Dadurch, dass ein Verhalten belohnt wurde, tritt es in Zukunft häufiger auf. Es sollte nach dem Aufbau auch mit verschiedenen Belohnungen verknüpft werden, sodass es immer eine Überraschung für den Hund ist, welche Belohnung jetzt folgt. Dies macht das Training noch effektiver, da wir so die Belohnung an die Bedürfnisse unseres Hundes anpassen können.

 

Dies ist nur ein kleiner Einblick in das Training mit Markersignalen. Wie ihr das Markersignal in eurem Alltag nutzt und vieles mehr, erfahrt ihr bei mir im Training.