Das Brustgeschirr - warum ich dies im Training bevorzuge

 

Die Frage ob Brustgeschirr oder Halsband stellen sich viele Hundehalter und es wird auch immer wieder als großes Thema in Facebookgruppen, Blogs und vielen anderen Internetseiten aufgegriffen. Ich möchte euch in diesem Blogbeitrag erklären, warum ich ein Fan vom Brustgeschirr bin und im Training auf ein Halsband eigentlich verzichte.

 

 

 

Ist ein Hund in jeder Situation Leinenführig, spricht eigentlich nichts gegen ein Halsband. Ist er dies jedoch nicht und schaut man sich in diesem Zusammenhang die gesundheitlichen Aspekte an, wird schnell klar, warum ein Brustgeschirr doch die bessere Option ist.

 

 

 

Ein Hund der beispielsweise an der Leine zieht und dabei ein Halsband trägt, erfährt dauerhaften Druck an unterschiedlichen empfindlichen Stellen im Halsbereich. Da wäre der Druck auf den Kehlkopf, die Schilddrüse und die Luftröhre. Daraus können Probleme wie Atemnot, Entzündungen des Kehlkopfes und der Schilddrüse, sowie Reizungen resultieren. Zieht der Hund nicht bloß an der Leine, sondern springt auch noch in diese hinein, werden die Halswirbel sehr stark belastet. Das gleiche passiert auch wenn der Halter an der Leine ruckt. Beides wiederum kann zu Erkrankungen und Problemen mit der Halswirbelsäule führen. Bandscheibenprobleme sind die häufige Folge. Es gibt auch noch weitere gesundheitliche Faktoren, diese hier aber im einzelnen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

 

 

 

Neben den gesundheitlichen Aspekten gibt es auch noch die Gefahr von Fehlverknüpfungen. Welche anwesenden Reize Hunde beim Lernen verknüpfen, lässt sich im Alltag oft nicht kontrollieren. So kann es passieren, dass der Hund zum Beispiel bei Begegnungen mit Artgenossen einen Satz nach vorne macht. Dadurch bekommt er einen schmerzhaften Ruck am Halsband. Der Hund könnte nun verknüpfen "da kommt ein anderer Hund und ich habe Schmerzen". Begegnungen mit Artgenossen können dadurch von mal zu mal schlimmer werden.

 

 

 

Die Druckpunkte beim Zug am Geschirr sind anders verteilt als am Halsband. Durch das gleichmäßige Verteilen des Drucks über den Brustkorb, übt das Geschirr keinen Druck auf die empfindlichen Stellen im Halsbereich aus. Das Brustgeschirr sollte allerdings immer sehr gut sitzen und dem Hund passen. Sitzt ein Brustgeschirr schlecht, kann es drücken, an der Haut scheuern und verrutschen. Dies ist sehr unangenehm für den Hund. Auch beim Geschirr kann eine Verletzungsgefahr (Rückenwirbel) bestehen, wenn der Hund stark in die Leine springt. Hier schaffen Ruckdämpfer eine Abhilfe. Das gesundheitliche Risiko ist am Brustgeschirr dennoch sehr gering.

 

 

 

Im Training bietet ein Brustgeschirr einen weiteren Vorteil zum Halsband. Am Brustgeschirr kann eine Schleppleine befestigt werden. So kann man den Hund sichern, wenn der Rückruf noch nicht sitzt oder dem Hund mehr Freiheit bieten, falls dieser aus anderen Gründen nicht frei laufen kann. An einem Halsband befestigt man niemals eine längere Leine (dies gilt auch für Flexi-Leinen)! Hier kann es zu äußerst schweren Verletzungen kommen, wenn der Hund in die Leine rennt!

 

 

 

Es gibt mehrere Arten von Brustgeschirren. Von sogenannten Norweger- oder Sattelgeschirren rate ich allerdings ab. Denn diese sitzen auf den Schultern des Hundes und schränken seine Bewegungsfreiheit ein. Dadurch können Probleme im Bewegungsapparat entstehen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Hunde sich sehr schnell aus diesen befreien können. Dann gibt es noch die Step-in-Geschirre. Diese sitzen leider bei vielen Hunden zu dicht hinter den Achseln und scheuern. Ihr Vorteil ist aber, dass es dem Hund nicht über den Kopf gezogen werden muss. Viele Hunde mögen das "Überstülpen" des Geschirres oft nicht.

 

 

 

Am besten eignen sich Führgeschirre. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen, wie die H-Form, die Y-Form und die X-Form. Diese Art der Geschirre sind 3- bis 5-fach verstellbar. So kann man sie optimal an den Hund anpassen. Mein Favorit sind die Brustgeschirre der Y-Form, wie die der Firma AnnyX. Diese bieten den Vorteil, dass sie komplett unterpolstert sind. Vorne an der Brust sind die Führgeschirre meist mit einem Brustring ausgestattet , dort kann auch die Leine einhängt werden. Dies kann beim Training der Leinenführigkeit einen Vorteil bringen. Es gibt sie auch mit einer Schnalle an der Halsung von der Firma Niggeloh. So muss der Hund nicht mit dem Kopf durch die Halsung.

 

 

 

Beim Kauf eines Geschirrs empfiehlt es sich, sich fachkundig beraten zu lassen. Wer sich für ein AnnyX Geschirr interessiert, dem kann ich nur zu einem Besuch bei Katja´s Hundefutterstube raten. Hier bekommt man einen super Service und eine sehr kompetente Beratung.